Wie alles begann...

von Mike Müller, 12.07.2015

Eine abendliche Diskussion am Esstisch über die Zustände und die anscheinend anhaltende, lähmende Ohnmacht der Gesellschaft beherrscht die im Grunde gemütliche Runde zwischen befreundeten Paaren im September 2013. Das Gespräch verläuft auf den ersten Blick wie jedes andere. Es wurde über zahlreiche Versuche einen Jugendtreff im Ort zu installieren, welche zwischen den politischen Machtmühlen in der kleinen beschaulichen Gemeinde immer der Staub einer Idee zu bleiben schien, resümiert.

Kaum vorstellbar, dass hier etwas

Großartiges entsteht!

 

Zum damaligen Zeitpunkt erfüllten die Verantwortlichen ihre Pflicht nach dem Sozialgesetzbuch mit einer ca. fünfzig Quadratmeter-Lösung im Keller des hiesigen Fußballvereins für rund 500 Jugendliche. Thematisiert wurde auch das Scheitern des  jüngsten Versuches ein Generationenhaus zu errichten, welches bereits vor dem ersten Spatenstich stand. Mike Müller, der mit seiner Frau in einem Verein tätig war, welcher sich für die offene Jugendarbeit einsetze, erläuterte die jüngsten Ereignisse. Unter anderem berichtete er auch darüber, wie er und andere Vereinsmitglieder die örtlichen Fraktionen aufsuchten, um zu erfahren, welche Aussichten bestehen für eine Institution, welche sich um Jugendliche auch außerhalb des Vereinslebens kümmert. So kamen viele Argumente von den Fraktionsmitgliedern, dass die Verbands- und Vereinsarbeit hervorragend sei, was bis heute unstreitbar ist, und es im Ort nicht genug Jugendliche gäbe, sowohl man auch das Finanzielle nicht aus den Augen verlieren dürfe. Die paar Jugendlichen, in der Marktgemeinde, werden ja wohl irgendwas finden bei den zahlreichen Vereinsangeboten, was sie interessieren wird, so viele Einwände der Parteien gegen eine hohen Belastung der Gemeindekasse. Man werde sich aber bemühen eine rasche und akzeptable Lösung zu finden, denn schließlich ist die Jugend unsere Zukunft und es wäre immer gut sich für sie einzusetzen - politische Phrasen für die Ewigkeit. Die Realität zeigt jedoch, dass der Trend aufgrund der Schnelllebigkeit und des demographischen Wandels, eindeutig dahin geht, dass sich die Menschen, besonders Jugendliche, nicht mehr auf einen längeren Zeitraum binden möchten, welches auch zu Nachwuchsproblemen in Vereinen und Verbänden führt. Die vier am Esstisch waren sich einig, es müsse was vorangehen, man müsse doch was tun können um Anreize zu schaffen. Man könne es nicht nur bei Floskeln belassen. Auf der Suche nach Ideen, die durch ein paar Getränke inspiriert auf den Tisch kamen, dachte man, dass man mit Festen Geld verdienen könnte, was man der Gemeinde spenden könne, und somit zumindest ein Zeichen zu setzen, wenn man etwas möchte, dann schafft man das auch. Das war die Geburtsstunde des Mittelaltermarktes Schwanstetten.  

Die Ortsbesichtigung im Frühjahr 2014
Der Beginn einer Erfolgsstory!

Der Probeaufbau der Verkaufsstände, die von

der ORGA zur Verfügung gestellt wurden

Ein derartiges Fest hat viele Vorteile: Die Entschleunigung der Zeit für den Moment, eine Veranstaltung für jedermann, Tradition, Werte und Handwerk, alles an einem Ort. Aber wo sollte dieser Ort sein? Wie solle man das Geld erwirtschaften? Wie die Kosten deckeln? Eines stand fest, dass man mit Essen und Trinken am meisten verdiene. Demnach erklärte man das leibliche Wohl der Besucher zur Chefsache und brauche nur noch einen Ort. Die Auswahl fiel auf den Rathausplatz im Herzen Schwanstettens und da man schon einige Mittelaltermärkte besucht und Freunde, Bekannte in der Szene hat, könnte man sich hier Rat und Unterstützung holen. In den darauffolgenden Tagen wurde die Gemeinde kontaktiert, um die Konditionen zu erfragen, den Markt auf dem Rathausplatz abhalten zu dürfen.  600,00 Euro sollten die Gebühren betragen für Veranstalter. Schnell war klar, dass eine solide Finanzierung auf den Weg gebracht werden musste. Platz, Handwerker, Gaukler, Versicherung, Werbung, Technik, Wasser, Strom, Genehmigungen usw. mussten schließlich bezahlt werden. Frank Fröhlich und Mike Müller beschlossen Spender zu suchen. Diesen Part übernahm Frank Fröhlich, da er über entsprechende Kontakte verfüge, die ihn für ein tolles Projekt mit Sicherheit unterstützen werden. Die konzeptionelle Arbeit und weitere Organisation ging in den Aufgabenbereich von Mike Müller, da der gelernte Kaufmann für Marketingkommunikation, sich durch seinen beruflichen Werdegang als gerüstet sah. Die Ehefrauen der beiden komplettierten das Duo und unterstützen sie bis heute wo sie nur können. Eine weitere Hürde bestand darin Spenden anzunehmen. Eine Lösung konnte im Verein „Unser Schwanstetten“ gefunden werden, welcher gemeinnützig anerkannt ist und die Trägerschaft übernahm. Auch Bürgermeister Robert Pfann konnte sich mit dem Gedanken von Rittern, Gauklern und Lagernden anfreunden und erklärte sich nach einem Gespräch bereit, in dem ihm dargelegt wurde, dass sämtliche Einnahmen für die offene Jugendarbeit in der Gemeinde angedacht sind, die Schirmherrschaft zu übernehmen.  Man steckte also mitten in den Vorbereitungen. Konzepte wurden verteilt, der neue Markt beworben, es wurde versucht Händler zu gewinnen, sowie lagernde Gruppen. Die ersten Spenden konnten eingenommen werden, die Maschinerie ist also angelaufen. In einer sehr intensiven Vorbereitungsphase, in der man auch andere Mittelaltermärkte besuchte, mussten die Organisatoren erfahren, wie hinter den Kulissen allmählich die Freude am Hobby Mittelalter verschwand. Das kommerzielle Handeln vieler Veranstalter nahmen ausbeuterische Züge an, was für die beiden nicht in Frage kam. Und somit konzipierten sie ihre Veranstaltung zu einem Fest mit besonderem Charakter.  Jeder Teilnehmer steht zu 100% hinter der Benefizveranstaltung „Mittelaltermarkt Schwanstetten“. Alle fieberten auf den Tag der Tage hin. Würde alles funktionieren? Kommt auch jeder? Wird der Markt von der Bevölkerung angenommen?

Nach anfänglich schlechtem Wetter haben sich alle Mühen gelohnt und alle Sorgen waren wie weggefegt. Das Projekt wurde ein voller Erfolg und auch die Spende an die Marktgemeinde viel mehr als positiv aus. Heute steckt das Organisationsteam wieder mitten in den Vorbereitungen für die 2. Auflage. Die Nachfrage war groß, der Platzbedarf verdoppelte sich und die Anzahl an Bewerbungen nahm ebenfalls erheblich zu, genauso wie die Erwartungen der kleinen Fangemeinde. Die finanziellen Zuwendungen allerdings blieben in der Summe auf gleichem Level. Die Herausforderungen werden größer, wovon man sich nicht abbringen lässt das große Ganze weiter voranzutreiben, denn schließlich wollte man was bewegen, Zeichen setzen. Wenn man etwas möchte, dann schafft man es auch! Niemals aufgeben, immer positiv bleiben! Nicht jeder Rückschlag bedeutet auch gleich ein Scheitern und so machen sie weiter: vom Küchentisch auf den Mittelaltermarkt, für die Gemeinschaft, für ihren Heimatort und für die Jugend.

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